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Die Geschichte Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus erwähnt in seinen
„Analae Germania“ einen goldführenden Fluss, den die hier
wohnenden Menschen „Aedra“ nannten – die heutige Eder mit ihrem
bekannten Stausee im Herzen des Waldecker Landes.
Wenn die Eder über die Ufer trat, dann blieben vielleicht
glänzende Goldflitterchen im Gras zurück – oder nach dem Waschen
von Kleidung. So machten sich die Bewohner im Laufe der
Jahrhunderte auf die Suche, woher das Gold kommt. Sie stießen
auf den Eisenberg als vermutliche Mutterlagerstätte. Schon im
11. Und 12. Jahrhundert gab es dort umfassenden Tagebau, dessen
Spuren noch heute in der Landschaft zu sehen sind.
Um 1200 stießen die Goldgräber in die Tiefe vor und
durchlöcherten den Eisenberg in den folgenden 400 Jahren wie
einen Schweizer Käse. Rund 20 Kilometer Such- und Abbaustrecken
sind auf engem Raum dokumentiert.
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Bild = Beschreibung

Schließlich rühmte auch der
große deutsche Philosoph und Naturforscher Albertus Magnus das
Gold vom Eisenberg, zugleich die älteste Erwähnung des
Eisenberger Goldes: „Das Gold jedoch, das in unseren Zeiten in
reichlicherem Maße gefunden wird, kommt aus dem Königreich
Böhmen, und neuerdings wird in Teilen des teutonischen
Westfalens, in einem Orte, der Curbeth genannt wird, in einem
gewissen Berge Gold gefunden ...“, schrieb Albertus Magnus 1254
in seinem Werk „De Mineralibus“.
Zentimeterweise trieben sich die Bergleute in Mittelalter und
früher Neuzeit in den Fels, um das erzhaltige Gestein zu bergen
und daraus das Gold zu gewinnen. Die Blütezeit lag im 16.
Jahrhundert, zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis
1648) aber schlief der Bergbau wieder ein.
Insgesamt rund 1,2 Tonnen reines Gold entlockten die Bergleute
in harter Arbeit über die Jahrhunderte. Und auch heute noch
steckt über eine Tonne Gold im Eisenberg. Doch wirtschaftlich
lässt sich das edle Metall nicht mehr gewinnen. So blieben alle
Versuche in späteren Jahrhunderten weitgehend vergeblich.
Im 20. Jahrhundert entfachte Carl Theodor Rauschenbusch aus dem
Siegerland einen neuen Goldrausch am Eisenberg, der in ganz
Deutschland für Schlagzeilen sorgte. Seit 1917 ging
Rauschenbusch ans Werk, entdeckte alte Stollen, erschloss bis in
die 30er Jahre neue Gruben, doch wurden auch seine Hoffnungen
enttäuscht. Von 1974 bis in die 90er Jahre war es dann der
Geologe Dr. Jens Kulick, der auf Rauschenbuschs Spuren die
Zeugnisse des Goldbergbaus dokumentierte. Kurz vor seinem Tode
ließ Kulick den Eisenberg als herausragendes mittelalterliches
Industriedenkmal durch das Land Hessen schützen.
Schnell
reiften danach die Pläne, einen Teil des Goldbergbaus auch für
Besucher zu erschließen. Mit Hilfe erfahrener Bergleute und
Wissenschaftler wie Dr. Wolfgang Homann (Dortmund) und dem
früheren Bergamtsleiter Erwin Braun hat der 2002 gegründete
Verein „Historischer
Goldbergbau Eisenberg“ dies 2003/2004 verwirklicht. (Presseartikel
zum Thema)
Gold indes gibt es nicht nur im Eisenberg. In bestimmten
geologischen Zonen „wächst“ das Edelmetall immer wieder neu und
ist – als mikroskopisch kleine Teilchen - in vielen Bächen und
Flüssen des Waldecker Landes zu finden.
Zur tabellarischen Darstellung der

Geschichte des
Goldbergbaus am Eisenberg,

Geschichte des Schlosses
und der

Geschichte von Goldhausen.
Die Geologie
Die geologische Geschichte des Eisenberges beginnt vor etwa 320
Millionen Jahren. Sedimente aus den Erdzeitaltern des Devons und
Karbons lagern sich in einem nur wenige 100 Meter tiefen
Meeresbecken ab. Dann entfalten Bewegungen der Erdkruste
gigantische Kräfte: Erdplatten stoßen aufeinander, die
Auffaltung des Rheinischen Schiefergebirges (variskisches
Gebirge) beginnt, an dessen östlichem Rand der heutige Eisenberg
liegt. Vor rund 290 Millionen Jahren hebt sich mit den
europäischen Mittelgebirgen auch der Eisenberg langsam empor.
Die tektonischen Kräfte wirken so stark, dass das
Schiefergestein regelrecht zerdrückt, gequetscht und zerrieben
wird. Der Eisenberg ist ein „überkippter Sattel“, der schon im
Zechsteinmeer als Insel herausragt.
Überall im Meerwasser ist auch Gold in geringer Konzentration
gelöst. Vulkanisch Gase sorgen vor über 300 Millionen Jahren
dafür, dass Gold und gleichzeitig Pyrit (eisenhaltiger
Schwefelkies) als Metalle ausgefällt werden. Sie lagern sich im
dunklen Meeresschlamm ab - den späteren Schwarzschiefern. Bei
der Gebirgsfaltung entstehende Spalten und Klüfte im Gestein
werden dann zu Erzfallen. In heißen Wässern von teils über 200
Grad wird Gold mobilisiert und reichert sich in den Erzfallen
an. Bei der weiteren Abtragung des Gebirges wird Gold immer
wieder chemisch umgesetzt und abgelagert.
Die reichsten Erzlager im Eisenberg sind die so genannten „kieseligen
Übergangsschichten“, 15 bis 25 Meter mächtige Schwarzschiefer
des Unterkarbons. Als Anhaltspunkte für die Bergleute dienen
seifigweiche Tuffbändchen (vulkanische Ablagerungen). Bei den
Erzlagern finden sich vor allem in Kalkspatklüften des Gesteins
enorm hohe Goldgehalte, die in seltenen Fällen bis über ein Kilo
pro Tonne reichen. Im Durchschnitt sind es jedoch zwischen zwei
und 20 Gramm pro Tonne. Die Konzentration liegt damit höher als
beispielsweise in vielen afrikanischen Lagerstätten.
Besonderheit beim Gold vom Eisenberg ist die anmutige
moosförmige, verästelte Struktur, in der das Gold
auskristallisiert ist. Im Allgemeinen ist das Gold jedoch im
Gestein sehr fein verteilt und unsichtbar.
Dabei findet sich Gold im Waldecker Land bis heute nicht nur in
den Stollen und Schächten des Eisenbergs, sondern auch im
Hangschutt und Boden der Umgebung – als abgetragenes
Verwitterungsmaterial. So ließe sich das edle Erz nicht nur in
den Bächen, sondern fast in jedem Maulwurfshügel der Umgebung
auswaschen.
Pressebericht der WLZ zur Geologie des Eisenberg:
Wundersame Insel im steinernen Meer
Folge 8 der WLZ-FZ-Erdgeschichten:
Eine Entdeckungsreise rund um den Eisenberg bei Korbach
Die restaurierten Grundmauern der„Burg Eisenberg" thronen auf dem Berg. Fotos: Norbert Panek
Der Eisenberg bei Korbach zieht die Menschen seit jeher an. Erst begeisterte das Erz- und Berggold, dann ein Burgschloss und der Georg-Viktor Turm. Bis heute finden sich spannende Zeugen der Vergangenheit.
VON NORBERT PANEK
Korbach. Aus der Ferne betrachtet, ragt er fast majestätisch wie eine Insel aus der Korbacher Hochfläche empor - der Eisenberg, Korbachs Hausberg, 562 Meter hoch, Wahrzeichen und „geologische Meile" des Geoparks Grenz-Welten.
Der Berg bietet weit mehr als nur eine schöne Aussicht von dem 1905 erbauten Georg-Viktor-Turm. Alte Siedlungsspuren belegen, dass er die Menschen schon in früheren Zeiten magisch anzog.
Erz und Gold im Berg
Vor allem lockten die reichen Erz- und Berggoldvorkommen. Der Eisenberg beherbergt ein deutschlandweit bedeutendes „Industriedenkmal" der Bergbaugeschichte. Bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts thronte zudem auf der Kuppe ein Burgschloss, das längere Zeit Sitz der Waldecker Grafen war, die der „älteren Eisenberger Linie" angehörten (die 1692 schließlich ausstarb). Der Korbacher Eisenberg birgt also viele Sehenswürdigkeiten und vielleicht auch noch unentdeckte Überraschungen.
Geomorphologisch betrachtet, bildet der Korbacher Hausberg mit dem „Eisenberger Abbruch" eine markante Geländestufe, die das „Rheinische Schiefergebirge" im Westen von der „Niederhessischen Senke" im Osten abgrenzt. Die Geländestufe markiert eine Verwerfung, an der die östlichen (jüngeren) Gebirgsteile in einer Grabenzone absinken, während sich die westlichen (älteren) Bereiche im„Schiefergebirge" langsam weiter emporheben. Diese „Schnittlinie" wird durch den relativ steil ansteigenden Osthang des Eisenberges angezeigt.
Geologisch betrachtet, ist der Eisenberg aus rund 320 Millionen Jahre alten Meeresablagerungen, aus Schwarzschiefern, Kieselschiefern und Kieselkalken der Unterkarbonzeit aufgebaut, die bei der Entstehung des „Rheinischen Schiefergebirges" im Oberkarbon zu einer Sattelfalte empor gepresst wurden. In den Kluft- und Störungslinien, die durch die Gebirgsbildung entstanden, sammelte sich das berühmte Gold des Eisenberges. In seltenen Fällen konnten sich dort auf diese Weise Goldkonzentrationen von über 1000 Gramm je Tonne Gestein ablagern.
„Kiesstrand", der belegt, dass der Eisenberg an einem Meer lag.
Vor rund 250 Millionen Jahren drang erneut ein Meer in den Raum Korbach vor - das „Zechsteinmeer". Der Eisenberg lag in einer Küstenzone. Die Kuppe des Berges bildete eine dem nahen Festland vorgelagerte Insel. Noch heute sind am Ost- und Südhang flache, terrassenartige „Brandungsplattformen" zu erkennen, wo der Wellenschlag des Meeres bis zu 25 Meter mächtigen Brandungsschutt hinterließ, der aus gut gerundeten, meist bis zu fünf Zentimeter großen Geröllen besteht. In einem Steinbruch nordwestlich von Nordenbeck sind noch Teile dieses vom Meer aufgearbeiteten Abtragungsmaterials als fossiler „Kiesstrand" sichtbar.
In dem gebirgigen Hinterland, das der Küstenzone westwärts vorgelagert war, oder vielleicht sogar in einer abgelegenen Schlucht des damaligen Eisenbergmassivs lebten vermutlich die Reptilien, deren Knochenreste später - nach der ersten Rückzugsphase des „Zechsteinmeeres" - in die „Korbacher Spalte" eingeschwemmt wurden. Jüngere Gesteine der dem Oberperm folgenden Erdepochen sind am Eisenberg nicht mehr vorhanden, weil sie bis auf das heutige Grundgebirge wieder abgetragen wurden - mit Ausnahme des eiszeitlichen Verwitterungsschutts an den Abhängen, wo in geschichtlicher Zeit die ersten GoldwaschPingen angelegt wurden.
Erzhaltige Steinbrocken finden sich bis heute an der Eisenkaule.
Wie der Eisenberg zu seinem Namen kam und warum er nicht „Goldberg" heißt, lässt sich nur vermuten. In den ältesten Urkunden wird immer die Bezeichnung „Isinberge" genannt. Vielleicht war Eisen das erste Metall, das am Berg gefunden und abgebaut wurde, und vielleicht erst viel später entdeckte man auch die Kupfer- und Goldvorkommen. An der Südflanke des Berges weist der alte Flurname „Eisenkaule" auf eine Stelle hin, wo früher Roteisenstein gewonnen wurde. Heute noch findet man dort auf den umgepflügten Äckern kleine Erzbrocken. Ein großer, annähernd 100 Kilogramm schwerer Klumpen befindet sich im Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach.
Ringwall und Berg
Vielleicht waren die Eisenvorkommen auch der Grund für eine erste frühe Besiedlung des Berges in vorchristlicher Zeit. Spuren dazu finden sich an dem möglicherweise keltischen Ringwall östlich des Georg-Viktor-Turms. Auf dem Nordostsporn des Eisenberges erkennt man einen Burghügel, „Königsstuhl" genannt, mit spärlichen Mauerresten. Experten deuten dieses Relikt als „Vorläufer" der später erbauten „Burg Eisenberg", die urkundlich erst im Jahr 1367 genannt wird. Im 18. Jahrhundert verfiel sie zunehmend.
1988 wurden die Grundmauern des alten Burgschlosses vollständig wieder freigelegt. In Teilbereichen eines Kellers entdeckte man ein „Laboratorium" mit Funden von Metall- und Schlackenresten sowie Schmelztiegeln. Berühmtheit erlangte der Berg schließlich wegen seiner reichen Goldvorkommen. Bergwerksstollen und Schächte von insgesamt rund 20 Kilometern Länge durchlöchern das Gebirge. Der Goldabbau endete im 17. Jahrhundert. Spätere Bergbauversuche blieben erfolglos.
WLZ - 21.06.2009
Zum Verein "Historischer Goldbergbau Eisenberg"
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