Der
Geschichte des Goldbergbaus vom Mittelalter bis zur Neuzeit können Besucher
in Korbachs jüngster Attraktion nachspüren. Am Sonntag, den 02. Mai 2004 ist
das Besucherbergwerk „Unterer-Tiefer-Tal-Stollen" im Eisenberg eröffnet
worden. Vertreter aus Politik und Wirtschaft verfolgten den Festakt.
UnserBild (v. l.) zeigt Ortsvorsteher Wolfgang Behle mit der Korbacher
Goldmarie Pia Papenfuli, Bürgermeister Klaus Friedrich, Wolf-Dieter
Müller-Jahncke von der Gewerkschaft Waldecker Eisenberg und dem
stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Ulrich Zabel. (Foto: tk)
KORBACH-GOLDHAUSEN (tk). Der Geschichte des Goldbergbaus vom Mittelalter bis zur Neuzeit können Besucher ab sofort auf den Grund gehen. Am Sonntag ist das Besucherbergwerk „Unterer-Tiefer-Tal-Stollen" im Eisenberg feierlich eröffnet worden.
„Kienspäne
dienten in der Anfangszeit des Bergbaus als einzige Beleuchtung":
Bergdirekter a. D. Erwin Braun (Ahnatal) bei seinem kurzen Fachvortrag.
Vor vier Jahren wurden bei einer Veranstaltung des Naturparks
Diemelsee die ersten Überlegungen angestellt, vor zwei Jahren der Verein
„Historischer Goldbergbau Eisenberg" gegründet, gestern die ersten Führungen
angeboten. Verglichen mit dem Arbeitstempo der Bergleute früherer Zeiten
verwirklichten die 80 Vereinsmitglieder, Sponsoren und ideellen Unterstützer
das Projekt in Rekordgeschwindigkeit. Vereinsvorsitzender und Ortsvorsteher
Wolfgang Behle sprach nicht zuletzt deshalb von einem „wichtigen,
historischen Tag". Mit einer symbolischen Vertragsunterzeichnung griffen
Behle und Professor Wolf-Dieter Müller-Jahncke von der Gewerkschaft
Waldecker Eisenberg dem in wenigen Wochen endgültig vollzogenen
Eigentümerwechsel vor. Berg- und Schürfrechte gehören dann dem historischen
Goldbergbauverein.
„Mit diesem Verein liegen wir goldrichtig", lobte Bürgermeister Klaus
Friedrich das Engagement. Er verschwieg nicht, dass es Widerstände zu
überwinden gab und teilweise noch gibt: naturschutz- und privatrechtlich
begründete Einwände sowie Befürchtungen von Anwohnern, das Besucherbergwerk
führe zu hohem Verkehrsaufkommen in den Dorfstraßen. Holger Kulick, der Sohn
des 1997 verstorbenen Korbacher Geologen Dr. Jens Kulick, erinnerte an den
erfolgreichen Einsatz seines Vaters. Dieser hatte kurz vor seinem Tod
erreicht, dass der Eisenberg als Industriedenkmal unter den Schutz des
Landes Hessen gestellt wurde. Für ihn wäre ein Traum in Erfüllung gegangen,
hätte er diesen Tag noch erleben dürfen, sagte Kulick beim Festakt.
Weitere Grußworte sprachen Vertreter von Knappenvereinen aus
Dreislar und Borken. Bergdirektor a. D. Erwin Braun steuerte einen kurzen
Blick in die Geschichte des Bergbaus im „Tiefen-Tal-Stollen" zum Programm
bei, das musikalisch vom Gemischten Chor Eisenberg gestaltet wurde. Dekan
Bernd Böttner hielt zur Eröffnung eine Andacht.
Junge
Besucher beim Goldwaschen am Dorfgemeinschaftshaus.
Zahlreiche Besucher ließen sich bis Sonntagnachmittag vom Goldfieber
anstecken, nutzten die Gelegenheit, sich bei einer Führung oder in der
Dauerausstellung im „Zechenhaus" über die laut Stadtmarketing „größte
Goldlagerstätte" in Deutschland zu informieren. Rund 1,2 Tonnen Edelmetall
förderten die Bergleute unter härtesten Arbeitsbedingungen über die
Jahrhunderte zu Tage. Fachleute schätzen, dass noch etwa eine Tonne Gold im
Eisenberg steckt.
Von dieser Aussicht angelockt, sorgte Carl Theodor Rauschenbusch Anfang des
20. Jahrhunderts für einen neuen Goldrausch am Eisenberg. Er entdeckte alte
und erschloss neue Stollen. Gold in Form goldener Taler fanden am
Eröffnungstag aber lediglich die jüngsten Besucher. Die kleinen Fundstücke
beim Goldwaschen waren aber mehr wegen ihrer inneren Werte begehrt - der
Schokolade.
An die Strecke, die ein Besucher heute in
einer Minute zurücklegt, hat ein Bergmann früherer Zeiten vier Jahre
gearbeitet. Sabine Mehring mit Teilnehmern einer Führung am
Eröffnungstag.(Fotos: tk)
WLZ - im Mai 2004
Der
Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg" blickt in die Zukunft. Am 2. Mai
wird der neue Besucherstollen an Deutschlands größter Goldlagerstätte mit
einem Festakt eröffnet. Für Gäste bietet die Goldhäuser Unterwelt spannende
Einblicke in 800 Jahre goldene Bergbaugeschichte. Unser Bild zeigt (v. I.)
Vereinschef Wolfgang Behle, den früheren Bergamtsleiter Erwin Braun und den
Korbacher Christoph Köthke bei einer Probefahrt im Eisenberg. (Foto:jk)
KORBACH (Jk). Der Goldrausch kehrt zurück: Am 2. Mai wird der
Besucherstollen am Eisenberg in Goldhausen feierlich eröffnet. Derweil sucht
der Förderverein schon nach zusätzlichen Besucherführern.
Noch geben die Fledermäuse im Unteren-Tiefen-Tal-Stollen den Ton an. Die
geflügelten Säugetiere genießen ihre Ruhe im Winterquartier. Doch am 15.
April geht das Tor zum Besucherbergwerk wieder auf - zur ersten kompletten
Saison mit Goldhausens neuer Attraktion.
Dabei kann der eigens gegründete Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg"
auf gute Erfahrungen aus dem Vorjahr bauen. Der Förderverein um Vorsitzenden
und Ortsvorsteher Wolfgang Behle registrierte im Oktober 2003 binnen weniger
Wochen bereits 23 Führungen mit über 260 Besuchern. Und das noch ohne große
Propaganda und überregionale Werbung.
Überregionales Interesse
Indes haben einige Fernsehteams nach zahlreichen Berichten in der
Waldeckischen Landeszeitung schon im Vorjahr glänzende Augen bekommen. Das
Medieninteresse ist stark, signalisierte Claus Günther, Leiter der Korbacher
Tourist-Information, bei der Mitgliederversammlung des Vereins zuletzt.
Galionsfiguren sind dabei Dr. Wolfgang Homann, früher Chef des
Naturkundemuseums Dortmund, und Erwin Braun, ehemaliger Bergamtsleiter
Kassel. Die beiden Geologen kennen den Eisenberg bis in den letzten Winkel,
sorgen für die wissenschaftliche Grundlage, um die Arbeit in Goldhausen zum
Erfolg zu führen. Das reicht vom fachlichen Konzept über Schulungen der
Besucherführer bis zum Goldwaschen in der Praxis. Denn Waldecks Flüsse und
Bäche bergen bis heute das kostbare Edelmetall - wenn auch nur in kleinsten
Partikeln.
Homann und Braun werden die Gäste auch bei der offiziellen Eröffnung des
Besucherbergwerks am 2. Mai mit kürzen Vorträgen zu Historie und Entwicklung
am Eisenberg einstimmen. Überdies begrüßen Bürgermeister Klaus Friedrich,
Vereinsvorsitzender Wolfgang Behle und Korbachs „Goldmarie" Pia Papenfuß die
Besucher.
Festakt und Goldwaschen
Der Festakt beginnt um 10.30 Uhr, wird mit Chormusik und ökumenischer
Andacht der Kirchen gestaltet - und leitet dann über zu einem reichhaltigen
Programm. Geplant sind günstige Führungen im Stollen, Goldwaschen für Kinder
und Erwachsene, dazu weitere Aktionen am Dorfgemeinschaftshaus.
Der Anlaufpunkt dort trägt künftig den prägnanten Namen „Zechenhaus". Mit
viel Eigenleistung und Unterstützung der Stadt hat der Verein die frühere
Wohnung am Gemeinschaftshaus als Zentrum hergerichtet. Dort treffen sich die
Besucher, werden eingekleidet mit Jacken, Stiefeln, Helmen und Geleucht.
Überdies soll es in Zukunft zwei Ausstellungsräume geben, die möglichst den
zwei herausragenden Figuren des Goldbergbaus im 20. Jahrhundert gewidmet
werden, erklärt Claus Günther: Carl Theodor Rauschenbusch und Dr. Jens
Kulick.
Rauschenbusch (Kirchen/Sieg) hatte 1918 den Goldrausch am Eisenberg neu
entfacht, Stollen und Schächte angelegt, mittelalterliche neu erschlossen.
In den 30er Jahren musste Rauschenbusch jedoch erkennen, dass die Ausbeute
an Erz einfach zu gering war. Kulick legte in den 70er Jahren die Burgruine
auf Korbachs Hausberg frei, erforschte und dokumentierte im Auftrag des
geologischen Landesamts zugleich den Bergbau. Kulicks Sohn Holger will für
den Raum entsprechende Fotos und Karten zur Verfügung stellen.
Verhandlung um Bergrechte
Parallel laufen die Verhandlungen über die Bergrechte. Besitzerin ist noch
die „Gewerkschaft Waldecker Eisenberg", doch die Nachfahren Rauschenbuschs
sind bereit, die Rechte an den Förderverein zu verkaufen. Im Gespräch waren
zuletzt rund 10 000 Euro, aber die konkreten Preisverhandlungen stehen noch
aus.
Weitere Informationen über Verein, Besucherstollen und Goldbergbau gibt es
auch auf der brandneuen Internetseite
www.goldspur-eisenberg.de.
Siehe auch Zahlen und Fakten.
(jk). Der Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg" sucht
noch ehrenamtliche Besucherführer. Derzeit begleiten insgesamt zehn
ausgebildete Führer die Touren in den Unteren-Tiefen-Tal-Stollen.
Ansprechpartner für Interessenten, aber auch neue Vereinsmitglieder sind
Claus Günther, Tourist-Information Korbach (Tel. 05531/53-231), und
Vereinsvorsitzender Wolfgang Behle, Goldhausen (Tel. 0563l/ 61633).
Gut gebrauchen kann der Verein auch finanzielle Unterstützung von außen -
etwa um die Bergrechte zu erwerben. Der eingetragene gemeinnützige Verein
kann entsprechende Spendenquittungen ausstellen. Konto: Sparkasse
Waldeck-Frankenberg, Kontonummer 79376, BLZ 52350005.
Anmeldungen für Besuchergruppen laufen über die Tourist-Information der
Stadt Korbach (Zum Anmeldeformular). Gruppen bis
maximal zwölf Personen zahlen insgesamt 60 Euro, jede zusätzliche Gruppe
kostet 30 Euro. Ab 8. Mai werden alle 14 Tage an Wochenenden ebenso
Führungen für Einzelpersonen angeboten - sieben Euro pro Person. Die
Ausrüstung mit Stiefeln, Jacken, Helm und Licht ist dabei jeweils inklusive.
WLZ - im März 2004
Einige
Gruppen haben bereits den Besucherstollen am Eisenberg besichtigt. Unter
anderem stiegen rund 30 Mitglieder des HoGa-Verbands Korbach-Willingen in
den Unteren-Tiefen-Tal-Stollen. Organisator und Hotelier Ulrich Zabel
regte an, den Stollen künftig auch für besondere Trauungen zu öffnen. (Foto:pr)
KORBACH-GOLDHAUSEN (jk). Der neue Goldrausch in Korbach kann beginnen: Das
Bergamt hat den Besucherstollen im Eisenberg amtlich abgesegnet. Das
verheißt für Gäste ein in ganz Deutschland herausragendes Erlebnis.
Der Eisenberg ist Deutschlands größte Goldlagerstätte und ein in
Mitteleuropa herausragendes historisches Industriedenkmal. Nach viel
ehrenamtlicher Vorarbeit hoffte der Verein „Historischer Goldbergbau
Eisenberg" zunächst schon im Frühjahr auf eine Genehmigung aus dem
Regierungspräsidium (Kassel), um Gäste in die goldene Unterwelt zu lenken.
Doch Brief und Siegel für das Besucherbergwerk ließen auf sich warten.
250 Meter in den Berg
Erwin
Braun (I.) steht dem Goldbergbau-Verein als Fachmann zur Seite. Braun war
früher Chef des Bergamts Kassel. (Archivfoto: jk)
Inzwischen ist die Genehmigung erteilt, die ersten Führungen ins Herz
des Korbacher Hausbergs sind bereits gelaufen. Die offizielle Eröffnung
soll indes erst im nächsten Jahr folgen, denn von Ende Oktober bis Mitte
April ist Schonzeit für Fledermäuse im Stollen.
Derweil haben sich zehn Besucherführer für die neue Aufgabe präpariert. In
kleinen Gruppen von zehn bis zwölf Personen bringen sie Gästen ein
Abenteuer nahe: 250 Meter hinein in den Unteren-Tiefen-Tal-Stollen mit
seinen Ursprüngen aus dem 15. Jahrhundert.
Regie bei den Schulungen führten Erwin Braun, früher Leiter des Bergamts
Kassel, und Dr. Wolfgang Homann, ehemals Leiter des Naturkundemuseums
Dortmund. Die beiden Eisenberg-Experten sind auch Mitglieder des Vereins.
Vorsitzender ist der Goldhäuser Ortsvorsteher Wolfgang Behle. In Kürze
steht ein weiterer - ehrenamtlicher -Arbeitseinsatz an, um den Stollen für
den Start im nächsten Jahr herzurichten. Jeder Freiwillige ist willkommen.
WLZ - im Oktober 2003
Der
Besucherstollen am Eisenberg bietet Einblick in goldene Geologie und
Jahrhunderte der Bergbaugeschichte. (Foto:jk)
KORBACH (jk). Die Zeichen stehen bestens, doch es gibt etwas Verzögerung
im Goldbergwerk: Anfang August sollen die ersten Führungen im neuen
Besucherstollen am Eisenberg beginnen.
Im Betriebsplan sind noch leichte Änderungen nötig, nachdem Spezialisten
des Regierungspräsidiums den Stollen zuletzt in Augenschein nahmen. Mit
großer ehrenamtlicher Mühe hatte der Verein „Historischer Goldbergbau
Eisenberg" mit dem Goldhäuser Ortsvorsteher Wolf gang Behle an der Spitze
bereits viel Vorarbeit geleistet. Doch müssen im wahrsten Sinne noch
einige Steine im Innern des Korbacher Hausbergs aus dem Weg geräumt
werden, erklärt Claus Günther. Er ist Leiter der Korbacher
Tourist-Information und engagiertes Mitglied des Vereins. Zugleich soll
das Sickerwasser im. Unteren-Tiefen-Tal-Stollen noch besser abgeleitet
werden.
Grundsätzlich zeigten sich die Fachleute des Regierungspräsidiums aber
aufgeschlossen für das Vorhaben. Es geht um einzigartiges Erlebnis in der
Unterwelt von Deutschlands größter Goldlagerstätte. Der Besucherstollen
soll rund 250 Meter tief hineinführen bis in mittelalterliche Abbauzonen.
Realistisches Ziel ist, Anfang August mit den ersten Führungen zu
beginnen. Dabei ist das Interesse von außerhalb inzwischen enorm:
Überregionale Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen warten mit Spannung auf
Einblicke ins Besucherbergwerk. Zwischen 1200 und 1618 gewannen Bergleute
rund 1,2 Tonnen reines Gold aus dem Eisenberg. Aber auch in späteren
Zeiten keimte der Goldrausch immer wieder auf. In den 20er und 30er Jahren
des 20. Jahrhunderts war es Carl Theodor Rauschenbusch (Kirchen/Sieg), der
den Erzabbau wieder aufnahm. Und bis in die 90er Jahre hinein gab es
Bohrungen und Versuche internationaler Unternehmen.
In den 70er und 80er Jahren steckte der Geologe Dr. Jens Kulick viel Kraft
in die Erforschung der Goldlagerstätte und spürte viele Stollen und
Schächte wieder auf. Kurz vor seinem Tode 1996 ließ Kulick die insgesamt
rund 20 Kilometer umfassenden Such- und Abbaustrecken unter Denkmalschutz
stellen.
WLZ - im Juli 2003
Tief
unter der Erde: Mitglieder des Vereins Historischer Goldbergbau Eisenberg
tragen einen Haufen aus Steinen und Matsch ab, der im Unteren
Tiefentalstollen bei Goldhausen den Weg versperrt. Mit dabei (v. L):
Wolfgang Behle, Rudolf Fabinger, Alexander Sessler, Karl-Helmut Tepel und
Ingo Schulz.
GOLDHAUSEN. Es ist dunkel und eng. Von der niedrigen Decke tropft Wasser.
Der schwache Schein der Kopflampe erleuchtet den Gang nur zwei, drei Meter
weit. In der Ferne ertönt ein Geräusch. Ein Schaben und Kratzen. Es wird
lauter, der Lichtschein stärker. 400 Meter tief im Eisenberg stoßen acht
Männer immer wieder ihre Schaufeln in einen großen Haufen aus Abraum.
Diese Szene im Unteren Tiefentalstollen bei Goldhausen könnte im
Mittelalter spielen. Vor Hunderten von Jahren war der Schacht angelegt
worden, um nach Gold zu suchen. Die Szene passt aber auch in unsere Zeit:
Am Samstag rackerten Mitglieder des Vereins Historischer Goldbergbau
Eisenberg in dem alten Stollen. Die Gruppe um Vorsitzenden Wolfgang Behle
macht den Unteren Tiefentalstollen Touristen-fertig. Anfang Juni soll er
voraussichtlich für Besucher geöffnet werden, schätzt Behle.
Zurzeit ist der schmale Schacht nur 240 Meter weit begehbar, ohne dass die
Kleidung stark schmutzig wird und die Helme gegen die Decke krachen. Dann
versperrt ein Hügel aus Stein und Erde den Weg. Und den tragen die Männer
noch an den kommenden zwei Samstagen ab. Wenn der Haufen weg ist, können
Besucher noch 160 Meter tiefer in den Berg. Dort stehen Holzstützen - zwar
neu angebracht, aber nach alter Bauart. Und nicht aus Sicherheitsgründen,
sondern um zu zeigen, wie Bergleute früher die Gänge sicherten. Nach
diesem Stück wird der Gang schmaler und niedriger - nicht mehr für
Führungen gedacht.
Bevor der Goldstollen für Touristengruppen geöffnet wird, haben die Männer
noch einiges zu tun. Schubkarre um Schubkarre, gefüllt mit schwerem
Schlamm und Geröll, fahren die Männer aus dem Schacht. Provisorisch
angebrachte Lampen und Leuchten an den Helmen weisen ihnen den Weg durch
tiefe Pfützen - abenteuerliche Arbeit im Innern des Eisenbergs. Wenn sie
fertig sind, prüft das Bergamt noch einmal den Unteren Tiefentalstollen.
Das Amt muss dann den Gang freigeben.
Für die beiden nächsten Samstage sucht der Verein Historischer Goldbergbau
Eisenberg noch Helfer, die im Unteren Tiefentalstollen die Schaufeln
schwingen.
Informationen unter 0171/22 29 18 1 (ABG)
HNA - im Mai 2003
KORBACH-GOLDHAUSEN (jk). Grubenhelm auf, Stiefel an: Im Mai sollen die
ersten Besucher ins Goldbergwerk am Eisenberg abtauchen. Die
Landesregierung hat einen Obolus beigesteuert, um das Projekt für einen
Besucherstollen zu verwirklichen.
Hessens
Umweltminister Wilhelm Dietzel ist zuversichtlich für das Projekt, den
Goldbergbau künftig als Erlebnis für Besucher zu öffnen, betonte er beim
Treffen mit Ortsvorsteher Wolfgang Behle. In den Händen das Gestein aus
dem Eisenberg als Symbol. (Foto: jk)
Wilhelm Dietzel kam nicht mit leeren Händen nach Goldhausen. Keine
Goldbarren zwar, aber immerhin 5000 Euro aus dem Lotto-Topf des Landes.
Und aus diesem dankbaren Fundus können die hessischen Minister einige
Anliegen aus ihrem Ressort fördern. So bringt ausgerechnet das Glücksspiel
für Goldhausen posthum mehr ein als monatelanges Schuften manches
Bergarbeiters im Laufe der Jahrhunderte.
Nach der Gründung des gemeinnützigen Vereins „Historischer Goldbergbau
Eisenberg" sind die Mitglieder um den Vorsitzenden Wolfgang Behle in die
Offensive gegangen, um mit Nachdruck ein ehrgeiziges Projekt wahr werden
zu lassen: Besucherführungen in den Unteren-Tiefen-Tal-Stollen. Denn der
Eisenberg, das ist amtlich, ist Deutschlands größte historische
Goldlagerstätte.
Immer wieder zerschlugen sich in der Vergangenheit Ideen, das
mittelalterliche Erbe für die Gegenwart sichtbar und nutzbar zu machen. So
fühlten sich im Stollen bislang vor allem einige Fledermausarten heimisch.
Die sollen auch in Zukunft nicht um ihren Winterschlaf gebracht werden,
aber von Frühjahr bis Herbst dürfen künftig Besuchergruppen Goldhausens
Unterwelt entdecken.
Die Chancen stehen prächtig, denn inzwischen engagieren sich selbst
erfahrenste Bergbauspezialisten im Verein: Dr. Wolfgang Homann, ehemals
Leiter des Dortmunder Naturkundemuseums, und Erwin Braun, früher Chef des
Bergamts Kassel.
Im ersten Zug braucht der Verein rund 20000 Euro, addieren Behle,
Schriftführer Claus Günther und Kassierer Karl-Helmut Tepel beim Treffen
mit Umweltminister Dietzel im Feuerwehrhaus. Da geht es vor allem um die
Schulung von Besucherführern, um Helme, Bekleidung und die frühere
Hausmeisterwohnung im Dorfgemeinschaftshaus. Dort soll in Zukunft der
Treffpunkt für Gäste eingerichtet werden. Parallel arbeitet der Verein
daran, die Bergrechte zu erwerben. Die liegen noch immer bei der
„Gewerkschaft Waldecker Eisenberg", mithin der Familie Rauschenbusch. Carl
Theodor Rauschenbusch hatte zusammen mit Industriepartnern in den 20er und
30er Jahren vorübergehend einen neuen Goldrausch am Eisenberg entfacht.
Voriges Jahr starb Rauschenbuschs Tochter Gisela, und die Erben sind
offenbar bereit, die Bergrechte zu verkaufen.
Mit dem Zuschuss aus dem Lotto-Topf und einer Zusage der
Sparkassenstiftung über weitere 5000 Euro lässt sich in Goldhausen also
planen. Aber rund 10 000 Euro müssen die Goldförderer noch auftreiben.
Da
sind auch Spenden aus der Bevölkerung höchst willkommen.
Derweil hörte Dietzel bei den Plänen des Vereins genau hin, schließlich
gehört neben Umwelt, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz auch Bergbau
in sein Ressort. Und ein Goldberg, der zur Entdeckungsreise für Besucher
lockt, wäre natürlich auch für ganz Hessen eine prächtige Werbung. „Sie
sollten nur dem Finanzminister nicht zu viel erzählen", schmunzelte
Dietzel. Doch die goldenen Reserven im Eisenberg sind zwar noch immer
tonnenschwer - nur nicht wirtschaftlich umzumünzen.
Als Rohstoff für gebeutelte staatliche Etats kommt das Goldhäuser Erz
somit nicht in Frage.
An Ideen zur Vermarktung mangelt es hingegen nicht: Der Verein könne doch
symbolische Aktien als ansprechend gestaltete Erinnerungsstücke verkaufen,
schlug Dietzel vor - „am besten schon beim Hessentag in Bad Arolsen".
Fernziel wäre dann, auch den St.-Georgs-Schacht bis in rund 40 Meter Tiefe
für hartgesottene Besucher zu öffnen - und Goldwaschen für Gäste
anzubieten. So könnte Goldhausen fortan wohl goldene Zeiten erleben.
Jeder Interessent kann Mitglied werden im Verein „Historischer Goldbergbau
Eisenberg". Ansprechpartner: Claus Günther, Tourist-Information Rathaus
(Tel. 05631/53-231). Spendenkonto: 79376, Sparkasse Waldeck-Frankenberg,
BLZ 52350005.
WLZ - im Januar 2003
Antrag zur Mitgliedschaft (PDF Datei, 138 KB)
KORBACH
(jk). „Historischer Goldbergbau Eisenberg": Mit viel Schwung und
Eigenleistung will ein neuer Verein goldene Geschichte schreiben. Der
Zulauf ist prächtig, denn schon bei der Gründung in Goldhausen trugen sich
42 zahlende Mitglieder in die Liste ein. Vorsitzender ist Wolfgang Behle.
Besucherbergwerk, Abfahren in den Georgs-Schacht, Spuren des
mittelalterlichen Tagebaus: „Wir kommen schnell zur Vorstellung, den
Bergbau durch ein Besucherbergwerk zu erschließen", ermuntert Erwin Braun.
Bei all den modernen Bergbaurelikten überall in der Welt sticht Goldhausen
mit Glanzlichtern heraus: „Hier ist der mittelalterliche Bergbau noch
authentisch erhalten. Und das ist sehr, sehr selten in Deutschland",
schwärmte der frühere Leiter des Bergamts Kassel zum Auftakt der
Gründungsversammlung in Goldhausen.
Gute Vorarbeit
Rund 50 interessierte Besucher tummelten sich am Mittwochabend im
Goldhäuser Gemeinschaftshaus, um den Verein aus der Taufe zu heben.
Ortsvorsteher Wolfgang Behle, Claus Günther von der Stadt und Erwin Braun
als Berater hatten gute Vorarbeit geleistet - ob Satzung, Vorstandswahlen
oder thematischer Inhalt.
Doch zunächst musste ein Vereinsname her. Vorsichtshalber hatte die
Initiatoren im Vorfeld einen Wettbewerb zur Namensgebung gestartet (wir
berichteten). Das gesamte Spektrum reichte von „Glück auf Goldhausen" über
„Goldfreunde Korbach" und „Aurum" bis „Goldgrube Eisenberg".
Aus den Einsendungen und weiteren Vorschlägen bei der Gründungsversammlung
kamen schließlich acht mögliche Namen in die Abstimmung. Die Mehrheit
einigte sich schlicht auf den ursprünglichen Untertitel: „Historischer Goldbergbau Eisenberg e.V." heißt der Verein fortan.
Auch die Vorstandswahlen verliefen reibungslos und förderten die Männer zu
Tage, die sich schon im Vorfeld für die Vereinsgründung stark gemacht
hatten. Vorsitzender ist Ortsvorsteher Wolfgang Behle, Stellvertreter der
Korbacher Hotelier Ulrich Zabel, Schriftführer Claus Günther als
Mitarbeiter der Stadt. Dazu kommt Karl-Helmut Tepel als Kassierer. Als
Beisitzer wirken Hobby-Geologe Armin Prager (Korbacher Spalte), Friedrich
Bachmann und Hermann Wittmer an der erweiterten Spitze des Vereins mit.
12 Euro Beitrag
Einige Debatten gab es zur Vereinssatzung mit insgesamt 15 Paragraphen.
Der Verein verfolgt gemeinnützige Zwecke und keine eigenwirtschaftlichen
Interessen, darin sind sich alle einig. Es geht um Bewahrung und Förderung
des historischen Goldbergbaus. Allerdings soll es bald Besucherführungen
geben, möglicherweise auch Souvenirs und Getränkeverkauf, wenn der
Startschuss für die Öffentlichkeit fällt. Da warnte Andreas Kwoll, Leiter
der Touristikzentrale des Kreises, mögliche Konflikte mit dem Steuerrecht
gleich im Vorfeld zu vermeiden.
Der langjährige Vorgänger Horst König und Versammlungsleiter Ralf
Hochstaedt (Rechtsanwalt) sahen indes keine Schwierigkeiten, zumal der
Goldhäuser Verein mit Bergwerksfreunden in Adorf oder Bergfreiheit
vergleichbar sei: „Sonst dürften auch Sportvereine keine Getränke
verkaufen", meinte König.
Die Satzung wurde letztlich einstimmig beschlossen. Der Mindestbeitrag für
Vereinsmitglieder beträgt jährlich zwölf Euro für Privatleute, 24 Euro für
Institutionen wie Kommunen, Vereine oder Unternehmen.
Viel Eigenleistung
Nach den Formalien steht derweil das inhaltliche Konzept im
Vordergrund. Kernpunkt ist zunächst, den Unteren-Tiefen-Tal-Stollen als
Besucherbergwerk zu öffnen. Spezialist Erwin Braun sieht darin kein
Problem: „In Eigenarbeit machbar."
Voraussetzungen: Das Entwässerungsrohr am Grubeneingang muss tiefer sein,
im Stollen soll das Wasser an die Seite gelenkt werden. Dazu kommen
kleinere Arbeiten auf der Strecke. Vielleicht schon im Herbst sollen
Besucher dann 250 Meter und mehr bis in die engen mittelalterlichen
Partien vorstoßen können.
Als Anlaufpunkt haben die Goldhäuser die Wohnung im Gemeinschaftshaus im
Blick - ob Diavorträge, Erläuterungen zum Bergbau oder entsprechende
Staffage. Wer ins Besucherbergwerk kommt, soll schließlich authentisches
Abenteuer mit Helm und Geleucht erleben. Überdies sieht Braun Chancen,
auch den tiefen St.-Georgs-Schacht oben im Dorf für kleine Gruppen zu
öffnen.
Voraussetzung sind entsprechend ausgebildete Führer, möglichst mit
Unterstützung des Korbacher Museums. Zudem brauchen die Korbacher
Goldfreunde entsprechende Genehmigungen. Die Bergbaurechte hat nach wie
vor die „Gewerkschaft Waldecker Eisenberg", vertreten durch die Familie
Rauschenbusch (Kirchen/Sieg). Das Terrain über der Erde gehört der
Waldeckischen Domanialverwaltung, dazu kommen Denkmalpflege und staatliche
Bergaufsicht (Regierungspräsidium), die das Ansinnen des Vereins absegnen
müssen.
Genehmigungen
Doch die meisten Hürden haben die Initiatoren offenbar schon im Vorfeld
genommen: Rolf Kaufmann, Chef der Domanialverwaltung, sichert
Unterstützung zu; Familie Rauschenbusch scheint wohlgesinnt; auch Stadt
Korbach und Naturpark Diemelsee wollen mit zupacken. Gisela Rauschenbusch
kann den neuen Goldrausch in Goldhausen nicht mehr erleben. Ihr Großvater
Carl Theodor Rauschenbusch hatte das Fieber im Eisenberg in den zwanziger
Jahren des 20. Jahrhunderts neu entfacht, die Enkelin ist vor Wochen
gestorben.
Gewinner des Wettbewerbs um die Namensgebung des Vereins
ist Stephan Spatke aus Korbach. Er gewinnt ein Goldgräber-Menü für zwei
Personen im Goldflair-Hotel „Am Rathaus".
Jeder Interessent kann Mitglied werden im Verein „Historischer Goldbergbau
Eisenberg". Ansprechpartner: Wolfgang Behle, Am Kleegarten 23, Goldhausen
(Telefon 05631/61633); Claus Günther, Tourist-Information Rathaus (Telefon
05631/53-231, E-Mail:
claus.guenther@korbach.de)
WLZ (Jörg Kleine) - im Juni 2002; Bilder HNA
40 Meter tief ist der St.-Georg-Schacht
in Goldhausen. Der gefährliche Abstieg ist indes vorwiegend
Wissenschaftlern vorbehalten. Im Vordergrund Dr. Wolfgang Homann. Der
Geologe vom Naturkundemuseum Dortmund fühlt sich im Labyrinth der
Goldhäuser
Unterwelt wie zu Hause.
KORBACH - GOLDHAUSEN (jk). Am 12. Juni gründet sich in Goldhausen ein Verein, um glänzendes Erbe zu bewahren: Goldbergbau am Eisenberg. Wichtiges Ziel ist ein Besucherbergwerk.
Korbachs Hausberg ist die größte historische Goldlagerstätte Deutschlands,
damit auch ein Pfund für Denkmalschutz und Besucher. Noch firmiert die
Initiative um den Goldhäuser Ortsvorsteher Wolfgang Behle als
„Interessengemeinschaft", doch nächsten Mittwoch, 19.30 Uhr, im
Gemeinschaftshaus wollen engagierte Bürger einen Verein aus der Taufe heben.
Interessenten willkommen
Jeder, der sich einsetzen möchte, ist willkommen - ob Goldhäuser, Korbacher
oder einfach nur Fan von Geologie, Bergbau und Geschichte. Zur Namensfindung
des Vereins riefen die Initiatoren Anfang Mai zu einem Wettbewerb auf,
parallel bereiteten sie eine Satzung vor, über die dann die
Gründungsversammlung zu entscheiden hat.
Magnet für Besucher
Mit von der Partie im engsten Kreis sind neben Behle und Bernd Saure aus dem
Ortsbeirat auch Karl-Helmut Tepel, Claus Günther (Tourist-Information),
Hobby-Geologe Armin Prager, Hotelier Ulrich Zabel und Werner Hankel
(Korbacher Hanse). Als Stadtverordneter machte sich Heinz Langerzik,
Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtentwicklung, stark.
Großes Ziel des Vereins ist ein Besucherbergwerk im
Unteren-Tiefen-Tal-Stollen. Der soll Besuchergruppen bis ins Herz des
mittelalterlichen Bergbaus führen: hinein mit Grubenlampen und Gummistiefeln. Daneben bietet
Goldhausen eine Reihe weiterer Abenteuer in Sachen Gold - vom Lehrpfad über
Relikte des Tagebaus bis zum Sankt-Georg-Schacht. Das Programm am 12. Juni:
Referat des früheren Kasseler Bergamtsdirektors Erwin Braun, Namensgebung für
den Verein, Satzungsbeschluss und Vorstandswahl
HNA - im Juni 2002
Abenteuer in Goldhausen: Nicht oft können Besucher den
Tiefentalstollen von innen bestaunen Ist der Goldverein gegründet,soll
aber regelmäßig durch die engen dunklen Gänge geführt werden. (Foto:
Briehl)
GOLDHAUSEN. Die Sicht über das Upland ist gigantisch. Über sanft
geschwungene, vom Wald grün gefärbte Berge hinweg reicht der Blick bis
zum Dommelturm, wenn die Luft klar ist. Die Lage Goldhausens, erhöht
am Westhang des Eisenbergs, ist ein Grund, weshalb der Korbacher
Ortsteil so lebens- und liebenswert ist, meint Ortsvorsteher Wolfgang
Behle. „Wenn ein bisschen Wasser hier war', sehe es aus wie in Capri."
Kommt Behle aus dem Urlaub, schaue er zuerst aus dem
Wohnzimmerfenster. Die weite Landschaft, seine Heimat vor Augen,
stelle er sich jedesmal wieder die Frage: „Was willst du eigendlich
woanders?"
Früher war es das Gold, was den Ort so wertvoll machte. Heute ist es
die Idylle.
Wegen des Edelmetalls wurde Goldhausen vermutlich gegründet, vor 576
Jahren soll das geschehen sein.
Im Jahr 1426, so steht es im Ortssippenbuch, bauten Bergleute die Siedlung.
Die Arbeiter waren auf der Suche nach dem großen Glück, in Form des
glänzenden Metalls.
Heute machen sich Gäste des Ortes auf die Suche nach dem Abenteuer. Ein
bisschen davon finden sie in den alten Stollen unterhalb Goldhausens,
beispielsweise im Tiefentalstollen auf der Südseite des Eisenbergs. Dort
werden ab und zu Führungen durch die dunklen schmalen Gänge angeboten.
Bis zu diesem Schacht zieht sich der Goldlehrpfad, der im Ort beginnt. Unter
welchen Bedingungen Bergleute vor Hunderten von Jahren arbeiteten und
welches Werkzeug sie benutzten, um sich durch Erde und Stein Richtung Gold
zu graben, unter anderem das wird auf den Tafeln beschrieben. Um Besucher
regelmäßig durch die Stollen führen zu können, soll einer besonders
gesichert werden, erklärt Wolfgang Behle. „Man muss halt was zum Anfassen
haben."
Zum Anfassen ist auch der Georg-Viktor-Turm oberhalb des
350-Einwohner-Dorfes. Nicht nur von unten kann das 23 Meter hohe Bauwerk
bestaunt werden. Von der Spitze aus sind der Dörnberg, der Herkules oberhalb
Kassels, das Hohe Gras, die Eder- und Lahnberge und die Berge des
Sauerlandes zu sehen.
Wenn er ein paar Tage Bürgermeister von Korbach wäre, was würde Behle für
Goldhausen tun? Die Antwort kommt prompt: Das Dorfgemeinschaftshaus
erneuern. Der Saal müsse gestrichen, Fenster und Türen erneuert und hinter
dem Gebäude gepflastert werden. Bisher seien die Küche um den Schänk- und
den Kühlraum erweitert und eine Behinderten-Toilette eingebaut worden,
erklärt der Ortsvorsteher. Ihn stört, dass alles mit zeitlichem Abstand
umgesetzt wird, statt das Gemeinschaftshaus auf einmal in Ordnung zu
bringen.
Dieser Treffpunkt bedeutet den Einwohnern viel. Sie feierten oft in den
Räumen. Wenn es fertig ist, wird es alle 14 Tage besetzt sein, schätzt
Wolfgang Behle. Ebenfalls in dem Haus untergebracht ist der Jugendraum,
dessen Schlüssel sich die jungen Goldhäuser beim Ortsvorsteher abholen
können.
Was fehlt in Goldhausen? Behle fallen zwei Dinge ein: eine Gaststätte, seit
vier Jahren gibt es dort schon keine mehr, und ein Ortsmittelpunkt,
beispielsweise ein Platz, auf dem sich die Einwohner treffen, um zu feiern.
An jungen Menschen mangelt es dem Ort nicht. Viele blieben nach ihrer
Ausbildung in Goldhausen, bauten selbst oder an das Haus der Eltern an, sagt
Behle. 16 Bauplätze habe das Dorf, 13 seien zurzeit noch frei, ein weiteres
Baugebiet könne bald ausgewiesen werden.
Was Goldhausen ebenfalls lebenswert mache, sei die Gemeinschaft. „Jeder
kennt jeden." Und die Gemeinschaft ist aktiv. Ein besonderes Treffen
organisieren die Einwohner einmal im Jahr: das Dorffrühstück. Ein großes
Büffet wird aufgebaut und die Goldhäuser schlemmen gemeinsam. Die Älteren
bringen zu dieser Gelegenheit Bilder von früher mit, meint Behle. „Das ist
immer schön, wenn die Alten kommen." Wenn sie von damals erzählten, „liegen
wir immer flach".
Wichtig für die Gemeinschaft und das kulturelle Angebot sind die Vereine des
Ortes, das ist die Freiwillige Feuerwehr, der Schützenverein und der
Gesangverein. Jung ist der Verkehrsverein. Dessen Mitglieder kümmern sich um
die Grünflächen in Goldhausen, pflegen die Pflanzen und setzen neue. Der
Verein, der aus der Arbeitsgruppe Unser Dorf entstanden ist, soll den
Korbacher Ortsteil verschönern.
HNA - im Juni 2002
Konzentration im Herzen des Eisenbergs: Heinz Langerzik und der frühere
Kasseler Bergamtsleiter Erwin Braun (r.) bei einer Erkundungstour im
Unteren-Tiefen-Tal-Stollen. Ein neuer Trägerverein will den Stollen für
Besucherzugänglich machen. (Foto: jk)
KORBACH (jk). In Goldhausen formiert sich ein Verein, um historisches Erbe zu bewahren: Goldbergbau am Eisenberg. Wichtiges Ziel ist ein Besucherstollen. Bei der Vereinstaufe rufen die Organisatoren zur ideenreichen Unterstützung auf - der passende Name wird gesucht.
Goldbergbau hat über 800 Jahre Geschichte
am Eisenberg. Rund 14 Kilometer Such- und Abbaustrecken durchlöchern
Korbachs Hausberg, rund um Goldhausen sind Spuren von Tage- und Bergbau zu
sehen. So steht der historische Goldbergbau als einzigartiges
Industriedenkmal in Deutschland seit Ende 1996 unter Schutz.
Helm und Grubenlampe
Seit vorigem Jahr gibt ein Goldlehrpfad am Eisenberg Informationen für
Spaziergänger. Doch künftig wird's viel mehr zu entdecken geben: Ein
Besucherstollen soll ins Herz des mittelalterlichen Bergbaus führen.
Der Untere-Tiefe-Tal-Stollen gibt Einblick in rund 600 Jahre
Bergbautradition, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erweitert und ist damit
prädestiniert als Attraktion für Besucher. Kein "Pantoffelbergwerk" soll's
sein, sondern richtig Abenteuer mit Helm und Grubenlampe.
Gründung im Juni
Ein neuer Verein will das Ziel bald mit viel Eigenarbeit und möglichst
öffentlichen Zuschüssen verwirklichen. Unter Federführung des Goldhäuser
Ortsvorstehers Wolfgang Behle haben sich engagierte Goldhäuser und
Korbacher zusammengetan, um eine gemeinnützige Organisation aus der Taufe
zu heben. Mit von der Partie bei der Gründung sind neben Behle und Bernd
Saure auch Karl-Helmut Tepel, Claus Günther (Tourist-Information), der
engagierte Hobby-Geologe Armin Prager, Hotelier Uli Zabel und Werner
Hankel (Korbacher Hanse). Stadtverordneter Heinz Langerzik, Vorsitzender
des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtentwicklung, will ebenfalls als
Motor wirken. Nächste Woche soll das Projekt in den Parlamentsaasschuss,
und Langerzik ist optimistisch: "Ich sehe kein Problem, dass sich die
Stadt hier einbringt."
Am Mittwoch, 12. Juni, 19.30 Uhr, ist Gründungsversammlung im Goldhäuser
Gemeinschaftshaus. Bis dahin soll die Satzung ausgearbeitet werden - die
möglichst viele neue Mitglieder dann verwirklichen. Als Jahresbeitrag sind
zwölf Euro pro Person geplant.
Preis zu gewinnen
Jeder Interessent ist im Verein willkommen, um die
jahrhundertelange Bergbaugeschichte am Eisenberg zu bewahren, das
Industriedenkmal zu schützen, Menschen für den Goldbergbau zu begeistern.
Ideenreichtum ist ab sofort gefragt: Der Verein ruft zum Wettbewerb bei
der Namensgebung, dem Gewinner winkt ein Goldgräber-Menü für zwei
Personen. Vorschläge sind schriftlich an die Tourist-Information,
Stechbahn 1 (Rathaus), zu richten. Informationen und Handzettel zur
Teilnahme am Wettbewerb gibt es auch beim Gold- und Töpfermarkt am 11. und
12. Mai in der Fußgängerzone.
WLZ (Jörg Kleine) - im Mai 2002
Erwin
Braun macht Mut. Mit dem denkmalgeschützten mittelalterlichen Bergbau
hütet Goldhausen einen Touristen-Schatz, der über Hessens Grenzen hinweg
kaum zu finden ist. „Die Schwierigkeiten liegen nur dabei, dass sich ein
paar Leute finden müssen, die das machen", sagt der frühere Chef
des Bergamts Kassel lapidar.
Helm auf dem Kopf, Lampen prüfen - gestiefelt und gespornt steht Braun
mit Ortsvorsteher Wolfgang Behle, Naturschützer Herbert Ruhwedel und dem
Korbacher Stadtverordneten Heinz Langerzik bereit zum Abtauchen in eine
goldene Vergangenheit.
Bild: Heinz Langerzik, Erwin Braun und
Wolfgang Behle.
KORBACH. Am Eisenberg laufen Besucher auf goldenem Boden. Künftig soll sie
ein wahres Abenteuer bis Ins Herz der schillernden Unterwelt führen. Ein in ganz
Deutschland herausragender Besucherstollen, das scheint klar, ist nur noch eine
Frage des Wollens. Und für „Korbach goldrichtig" ein Glanzstück zum Anfassen.
Mittelalterlicher Stollen
Der Untere-Tiefe-Tal-Stollen ist Relikt aus mittelalterlicher
Bergbaublüte in Goldhausen. Vom 14. bis 16. Jahr- hundert hackten sich
die Kumpel hier täglich aufs Neue zentimeterweise ins Gestein. In den
zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts fuhr Carl Theodor
Rauschenbusch alte Stollen dann weiter auf, erzählt Braun - auch im
Unteren Tiefen Tal. Der pensionierte Grauschopf strotzt vor Energie, hat
noch immer dieses Funkeln in den Augen, wenn es um die Geschichte der Erde
geht. Der Mann hatte sein Hobby zum Beruf gemacht.
Schillerndes Gestein
Rechts tunkt Eisenschwamm den Fels in sattes Rot, über Kopf leuchtet
Braun auf ein weißes Kalksteinbändchen, das den Goldsuchern ehedem den
Weg zum wertvollen Erz verriet. Vor fast 300 Millionen Jahren in der
Karbonzeit haben hier gewaltige Bewegungen der Erdkruste den Eisenberg
gefaltet. In den versteinerten Schichten der früheren Meeressedimente
stieg extrem heißes Wasser von einigen hundert Grad auf und mobilisierte
Gold. In Klüften des Gesteins kristallisierte das Erz dann unter
geringeren Temperaturen wieder aus. Aber statt ehern fühlt sich das
Kalzitbändchen eher fettig an.
Mit der Gelassenheit eines erfahrenen Geologen steuert Braun weiter bis
rund 250 Meter tief in den Berg. Er zeigt nach links, nach oben, nach
rechts - überall und in teils schillernden Farben gibt es im Schein der
Grubenlichter etwas zu entdecken.
Derweil läuft Wolfgang Behle etwas unruhiger einher. Den Stollen kennt
der Goldhäuser Ortsvorsteher schon fast wie seine Westentasche. Der Mann
will endlich was umsetzen, will endlich mal Besuchergruppen sehen am
Eingang.
„Hier, das Wasser muss an einer Seite etwas kanalisiert werden und dann
besser abfließen", guckt Behle mehr auf den Boden. Abfluss im Wald
tiefer legen, heißt eine erste Aufgabe, um den Einstieg in den
Unteren-Tiefen-Tal-Stollen zu erleichtern.
Helm auf, Stiefel an
Ansonsten, meint auch Braun auf dem Weg zurück ins Freie, muss am
Stollen gar nicht viel gemacht werden: „Den größten Teil könnten
Vereinsmitglieder in Eigenarbeit leisten. "Stützen unter der Decke
braucht es nicht, Wasser am Boden kann weiter fließen, und auch
elektrisches Licht würde Besuchern wohl eher das Abenteuer verderben. „Das
muss authentisch sein, mit Stiefeln, Grubenhelmen und fester Jacke",
ist Ortsvorsteher Behle überzeugt. Wer will schon Disney Land am
Eisenberg, Besucherbergwerk mit Teppich, Wandleuchten und
Computersteuerung? Trotz allem Schweiß und Blut, den sie unter
erbärmlichen Bedingungen vergossen haben, würden sich die Bergleute aus
Jahrhunderten wohl im Grabe umdrehen.
Refugium für Fledermäuse
Ohnehin wäre auch Herbert Ruhwedel von Lampen an der Stollenwand
nicht gerade begeistert. Als Mitglied des Naturschutzbundes (NABU) und
Hüter einer besonders scheuen Spezies, gehört der Bergbau auch zu
Ruhwedels Revier. Großes Mausohr, Fransenfledermaus, Braunes Langohr,
selbst die Teichfledermaus listet der Frankenauer auf. Die ganze Vielfalt
heimischer Flugkünstler fühlt sich im Stollen mittlerweile zu Hause.
„1. November bis 15. April", ruft Ruhwedel, als sich Wolfgang Behle
vorm Eingang gerade die Stiefel abstreift. Winterliche Ruhepause für
Fledermäuse ist gemeint. Behle nickt - und atmet tief ein: Ein
Trägerverein kann her, dann Land und Stadt finanziell ins Boot. „Die
Stadt ist schließlich Nutznießer der Geschichte."
WLZ (Jörg Kleine) - im Mai 2002
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