Modell der Burg Eisenberg

von Richard Szerer

Sechs Jahre hat Richard Szerer an der Burg Eisenberg gebaut
Die Mauern sind aus Streugut

KORBACH (Peter Lahann - WLZ). Sechs Jahre lang hat Richard Szerer an einem Modell der Burg Eisenberg gebastelt. Jetzt ist die Rekonstruktion aus mehr als 10.000 Teilen fertig. Zur Einweihung des Goldlehrpfads in Goldhausen wurde sie erstmals ausgestellt.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Richard Szerer die Mauerreste der Burg Eisenberg das erste Mal sah, stand für ihn fest: "Die muss ich rekonstruieren." Zwischen diesem Entschluss und dem fertigen Abbild der Festung liegen sechs Jahre Quellensuche, viele Entwürfe und filigrane Handarbeit.










Ausschnitt aus der
TV-Sendung
„Herrliches Hessen“

zum Thema „Unterwegs in und um Korbach - Gold, der Ursprung des Lebens und verborgene Schätze“ vom Dienstag, 7. Juli 2009, 20:15 Uhr

Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks
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Die beiden wichtigsten Vorbilder für den 59-Jährigen waren der Grundriss der Burg und ein Bild von Oberförster Johann Berthold aus dem Jahr 1586. Es zeigt die Burg Eisenberg mit Palisaden, Mauern und vielen Türmchen.
Beide Quellen ließen dem Galvaniseur aus Breslau Platz für die eigene Fantasie: "Am Anfang habe ich noch nicht gewusst, wie die Burg fertig aussehen wird."

Details wie Wetterfahnen, Fenster oder das Mauerwerk sind auf dem Bild des Oberförsters nicht zu erkennen. In Korbach und Umgebung, aber auch von Bildern und Postkarten anderer Burgen holte sich Szerer Anregungen, die in die Zeit um 1600 passen. Einen ganzen Aktenordner füllen die Entwürfe inzwischen.

Das Baumaterial lag quasi auf der Straße: Das Mauerwerk ist aus handelsüblichem Streugut. "Wir hatten bestimmt 100 Kilo zu Hause. Da hat er dann immer nach dem Richtigen gesucht", erzählt Szerers Frau. Jedes der etwa drei mal fünf Millimeter kleinen Steinchen musste auf der Rückseite per Hand glatt geschliffen werden. Erst dann wurde es auf die Plastikwände des Burgmodells geklebt.

Besondere Fingerfertigkeit erforderten auch die winzigen Figuren, die jetzt vor der Miniburg stehen. Mit Spachtelmasse, Feile und Farbe hat Szerer in vielen Stunden Kleinarbeit aus handelsüblichen Plastiksoldaten Landsknechte des 17. Jahrhunderts geschaffen.

Mit seinen Modellflugzeugen und Segelschiffen hat er schon mit Erfolg an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen. Stadtgeschichte und historische Häuser haben ihn bei einer ABM im Korbacher Museum beschäftigt. Sein künftiges Projekt steht bereits fest: "Als nächstes baue ich eine Hansekogge." Dafür braucht er natürlich Platz in der Wohnung. Ein neuer Standort für die Mini-Burg ist schon in Sicht. Vergangene Woche hat Goldhausens Ortsvorsteher Wolfgang Behle das Modell in Augenschein genommen. Sein Vorschlag: Es soll zur Einweihung des Goldlehrpfads im September ausgestellt werden.

Sechs Jahre Handarbeit stecken in der Miniatur-Ausgabe der Burg Eisenberg von Richard Szerer. Mehr als 10000 Teile hat der gelernte Galvaniseur verwendet. 
Als nächstes Projekt will der Bastler eine Hansekogge bauen.

WLZ vom 25. Juli 2000

 

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