Sechs Jahre hat Richard Szerer an der
Burg Eisenberg gebaut
Die Mauern sind aus Streugut
KORBACH (Peter
Lahann - WLZ).
Sechs Jahre lang hat Richard Szerer an einem Modell der Burg Eisenberg
gebastelt. Jetzt ist die Rekonstruktion aus mehr als 10.000 Teilen fertig.
Zur Einweihung des Goldlehrpfads in Goldhausen wurde sie erstmals ausgestellt.
Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Richard Szerer die Mauerreste der Burg Eisenberg das erste Mal sah, stand für ihn fest: "Die muss ich rekonstruieren." Zwischen diesem Entschluss und dem fertigen Abbild der Festung liegen sechs Jahre Quellensuche, viele Entwürfe und filigrane Handarbeit.
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Die beiden wichtigsten
Vorbilder für den 59-Jährigen waren der Grundriss der Burg und ein Bild
von Oberförster Johann Berthold aus dem Jahr 1586. Es zeigt die Burg
Eisenberg mit Palisaden, Mauern und vielen Türmchen.
Beide Quellen
ließen dem Galvaniseur aus Breslau Platz für die eigene Fantasie:
"Am Anfang habe ich noch nicht gewusst, wie die Burg fertig aussehen
wird."
Details wie Wetterfahnen, Fenster
oder das Mauerwerk sind auf dem Bild des Oberförsters nicht zu erkennen.
In Korbach und Umgebung, aber auch von Bildern und Postkarten anderer
Burgen holte sich Szerer Anregungen, die in die Zeit um 1600 passen. Einen
ganzen Aktenordner füllen die Entwürfe inzwischen.
Das Baumaterial lag quasi auf der
Straße: Das Mauerwerk ist aus handelsüblichem Streugut. "Wir hatten
bestimmt 100 Kilo zu Hause. Da hat er dann immer nach dem Richtigen
gesucht", erzählt Szerers Frau. Jedes der etwa drei mal fünf
Millimeter kleinen Steinchen musste auf der Rückseite
per Hand glatt geschliffen werden. Erst dann wurde es auf die
Plastikwände des Burgmodells geklebt.

Besondere Fingerfertigkeit erforderten auch die winzigen Figuren, die jetzt vor der Miniburg stehen. Mit Spachtelmasse, Feile und Farbe hat Szerer in vielen Stunden Kleinarbeit aus handelsüblichen Plastiksoldaten Landsknechte des 17. Jahrhunderts geschaffen.
Mit seinen Modellflugzeugen und Segelschiffen hat er schon mit Erfolg an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen. Stadtgeschichte und historische Häuser haben ihn bei einer ABM im Korbacher Museum beschäftigt. Sein künftiges Projekt steht bereits fest: "Als nächstes baue ich eine Hansekogge." Dafür braucht er natürlich Platz in der Wohnung. Ein neuer Standort für die Mini-Burg ist schon in Sicht. Vergangene Woche hat Goldhausens Ortsvorsteher Wolfgang Behle das Modell in Augenschein genommen. Sein Vorschlag: Es soll zur Einweihung des Goldlehrpfads im September ausgestellt werden.

Sechs Jahre Handarbeit stecken in
der Miniatur-Ausgabe der Burg Eisenberg von Richard Szerer. Mehr als 10000
Teile hat der gelernte Galvaniseur verwendet.
Als nächstes Projekt will
der Bastler eine Hansekogge bauen.
WLZ vom 25. Juli 2000
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